Hintergründe & Entwicklungen

Schon früh in der friedlichen Revolution, v.a. Ende Oktober regten sich Stimmen gegen die Geheimpolizei der DDR, die Stasi. Parolen wie „Stasi raus“ oder „Stasi in der Produktion“ gehörten zu den populären Rufen auf jeder Demonstration. Und doch dauerte es bis Dezember 1989, bis das Ende der berüchtigten Geheimpolizei der DDR eingeläutet wurde. Die Besetzung der Stasi-Dienststellen wie in einer Kettenreaktion ab dem 4. Dezember erregte weltweit Aufsehen. Noch nie war die Geheimpolizei einer Diktatur auf diese Weise durch die Bevölkerung  eines Landes aufgelöst worden. Noch nie waren zuvor so viele Akten geborgen und – unter datenschutzrechtlichen Auflagen – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. 

Foto: Demonstranten in der Bezirksverwaltung Erfurt am 4. Dezember 1989, mit Aktenordnern, deren Inhalt bereits von der Stasi vernichtet wurde.

Der Prozess der Besetzung und Auflösung der Stasi bis hin zur Öffnung der Akten verlief mit vielen Widersprüchen und Verwerfungen. Manches wurde gleich deutlich, um Fragen wie die Vernichtung oder Erhaltung der Akten wurde heftig gestritten. Aber vieles wurde erst später deutlich, zum Beispuiel die Frage, welche Rolle die Stasi bei der Abwicklung selbst gespielt hat. Und manches ist bis heute ungeklärt, ist Gegenstand von Forschungen und Debatten.

Wir greifen hier wesentliche Aspekte dieser Diskussionen, Erkenntnisse und Ergebnisse auf.