Berliner Bezirksverwaltung

In Berlin gab es nicht nur das Minsterium für Staatssicherheit, sondern auch eine Bezirksverwaltung nebst 11 Kreisdienststellen zur Überwachung der Stadtbezirke in der Hauptstadt der DDR mit insgesamt rund 2700 Mitarbeitern.
Dieses war die einzige BV, die nicht anfangs Dezember besetzt oder unter Bürgerkontrolle genommen wurde. Ihre Auflösung war von der amtierenden MfS/AfNS-Führung selbst eingeleitet worden, um ähnliche Aktionen wie in den Bezirken außerhalb von Berlin zu vermeiden und v.a. die Zentrale in Lichtenberg zu retten.

Foto: Kontrollausschuss in der Berliner Bezirksverwaltung. Link: Spiegel-TV: Der Stasistaat

 

Foto: Gebäude der Berliner Bezirksverwaltung 2020. Büros und Verwaltungsschule im Besitz des Landes Berlin

Der Kontrollausschuss, später teilweise Bürgerkomitee genannt, wurde von „oben“, durch die staatlichen Stasi-Auflöser und der Polizei gegründet. Ziel war es, möglichst einen Konsens mit den Bürgern zu erzielen, einen Teil der Akten zu vernichten, zumindest wegzusperren und mit einem Teil der Akten und des Personal als Verfassungsschutz und Auslandsnachrichtendienst weiterzumachen.

Die Auflösung der BF Berlin zeigt fast in Reinform, wie die Staatliche Gegenstrategie gegen die Volksbewegung war. Ansatzweise wurde diese Strategie auch in den Regionen außerhalb Berlins angewendet. Sie scheiterte letztlich am Unmut der Bevölkerung und nicht nachlassenden Protesten in der gesamten DDR gegen den Überwachungsapparat.

Auflösung von oben- eine weitgend unbekannte Geschichte
Autor: Christian Booß

Textgliederung:


Der Impuls von oben  

Vorspiel- Anti-Stasi Aktivitäten in Ostberlin  

Der Berliner Kontrollausschuss

Arbeit vor Ort

Die Akten 

Überregionale Vernetzung

Runder Tisch Berlin 

weitere Auflösung

Einwicklung von Mitgliedern des Bürgerkomitees

Vorläufiges Resümee