Die Kontrolle der Bezirksverwaltung Magdeburg

 

In Magdeburg gelang es den Bürgerrechtsgruppierungen erst relativ spät, am 6. Dezember in die örtliche Bezirksverwaltung einzudringen. Das ist erstaunlich, da es vor allem im Umland gärte und dort schon vorher mehrere Kreisdienststellen auch unter dem Druck von Bürgeraktionen aufgelöst worden waren. Erst durch die Bildung der Runden Tische im Bezirk und der Stadt Magdeburg bekamen die Bürger dort genügend politischen Rückenwind, worauf ein Bürgerkomitee gegründet wurde. Kaum hatte das Komitee einen Fuß in der Tür des Bezirksamtes, radikalisierten sich die Forderungen unter dem Eindruck des erneuten Aktenvernichtungsbefehls vom 7. Dezember schnell. Das Bürgerkomitee Magdeburg setzte schon sehr früh am 8. die grundsätzliche Schließung der Bezirksdienststelle in den Folgetagen durch. Selbstbewusst und im Kontakt mit anderen Bezirksbürgerkomitees plädierten die Magdeburger konsequent gegen die Vernichtung von Akten, bevor neu gewählte politische Gremien darüber befunden hätten.

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Besetzung im Kreis Klötze am 6.12.1989 ​​​​​​​