Die Besetzung der Bezirksverwaltung Dresden

Dresden war die Stadt mit den gewalttätigsten Geschehnissen in der Herbstrevolution von 1989. Die Auseinandersetzungen anlässlich der Durchfahrt der Züge mit den Botschaftsbesetzern aus Prag, die in die Bundesrepublik ausreisen, glichen Straßenschlachten. Dresden war aber auch die Stadt, wo der Dialog zwischen den Oppositionellen und unzufriedenen Bürgern, unterstützt durch Vertreter der Kirche mit hohen SED-Funktionären im Bezirk begann. 

Vielleicht gehört Dresden gerade deswegen nicht zu den ersten Städten, wo die Stasibezirksstellen besetzt wurden. Erst am 5. Dezember holen die Dresdener dies nach. Unterstützt von Staatsanwaltschaft und Polizei verläuft die Besetzung aber konsequent und schnell. Schon am 6. waren die ehemaligen Leiter der MfS-Bezirksverwaltung nicht mehr Herren im Haus. Das Bürgerkomitee, was sich in Dresden als Bürgerinitiative gründete, um die Auflösung zu begleiten, gehörte zu den größeren in der DDR und bildete differenzierte Strukturen heraus. Mehrere profilierte Stasiauflöser waren später prägend in der Politik tätig, wie der spätere Oberbürgermeister der Stadt.

Besetzung der Dresdener Bezirksverwaltung und die Zeit danach- Recherchebericht

Die Besetzung in Dresden- Filmbericht MDR 2019