Der Sturm auf die »Burg«.

Die Besetzung der Bezirksverwaltung des MfS/AfNS in Suhl

»Die Situation spitzt sich stündlich zu. ›Holt die Stricke raus!‹ rufen in Suhl, der südlichsten Bezirkshauptstadt, rund 5.000 Demonstranten vor dem gepanzerten NASI-Tor. Vergebens versuchen die Wachmannschaften, den Durchbruch mit Tränengas aufzuhalten. Aus Angst erschießt sich ein altgedienter Stasi-Offizier.«[1]

Diese Zeilen versuchen zehn Jahre später, reißerisch verkürzt und lesbar pointiert, die Ereignisse zu beschreiben, die in der Nacht zum 5. Dezember 1989 in der Bezirksstadt Suhl stattfanden. Zwar werden weniger die tatsächlichen Ereignisse dargestellt, doch lassen diese knappen Zeilen auch noch sechzehn Jahre später die herrschende Emotionalität in dieser Winternacht erahnen. Auf diese Nacht folgte der Morgen, und es begann ein lang anhaltender Aufarbeitungsprozess, der mit der Zerschlagung der Staatssicherheit, eines die DDR-Gesellschaft bestimmenden Mythos, enden und die Auflösung dieser Behörde beinhalten sollte.

In Suhl liegt die Bezirksverwaltung des MfS hoch über der Stadt auf einem Berg in einer alten Fliegerschule. Schon die Lage der »Burg«, ihre hohen Einfahrtstore und der unbebaute Blick über die Stadt stellen die Machtverhältnisse bildlich dar. Im Volksmund wird die Bezirksverwaltung des MfS daher stets als »Burg« bezeichnet. Für die Oppositionsbewegung in Südthüringen ist jener »Sturm auf die Burg« der eigentliche Höhepunkt ihrer Macht.[2]

Abbildung 1 Die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in Suhl, Foto: Bernd Winkelmann

Nur einen Monat nachdem die Bürger das erste Mal in Suhl zu tausenden in den Straßen der Stadt demonstrierten, ziehen etwa 5.000 Menschen zu den Gebäuden der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit, um ihre Wut und Empörung über diese Institution auszudrücken. Dass der kleine Bezirk Suhl – bei der Herausbildung der republikweiten Oppositionsbewegung eher ein Schlusslicht – zu den ersten gehört, in denen die Verwaltungen der Staatssicherheit besetzt werden, liegt in Zufälligkeiten, aber auch in der Geschichteder lokalen Oppositionsbewegung begründet.

Abbildung 2 4. November 1989: Zirka 20.000 Menschen demonstrieren in der Bezirksstadt Suhl für Reformen in der DDR, Foto: Reinhard Wenzel

In der Stadt Suhl, der Bezirk Suhl wird im Volksmund die »Rote Gebirgsrepublik« genannt, findet erst am 15. Oktober 1989 der erste Gebetsgottesdienst und damit die erste öffentliche Verlautbarung der Opposition statt. Viele in der Oppositionsszene kommen aus dem kirchlichen und ökologischen Umfeld und setzen sich intensiv für die Reformierbarkeit der DDR ein und mit der Kontrolle des Machtapparates auseinander. Die zivilgesellschaftlichen Forderungen münden letztlich in der Programmatik des Neuen Forum. In verschiedenen öffentlichen Anhörungen in den Kirchen der Bezirksstadt übernimmt das Neue Forum die Ausgestaltung des öffentlichen Raumes. Bürgerinnen und Bürger schließen sich zu Arbeitsgruppen zusammen, die sich mit der Reformierbarkeit des Wahlrechts und der Verfassung, mit Bildung und Erziehung oder dem Sozial- und Gesundheitswesen auseinandersetzen.[3] Die Auflösung des MfS wird zu dieser Zeit von den Bürgern und Vertretern des Neuen Forum nicht thematisiert. Die Oktober- und Novemberwochen sind von Um- und Aufbruch geprägt.

Am 4. Dezember 1989 wollen die Vertreter des Neuen Forum sich und ihre Arbeit einem breiten Publikum in der Suhler Stadthalle vorstellen. Alle Vorbereitungen laufen auf diese große Veranstaltung am Abend hin, als in den frühen Morgen des 4. Dezember die Nachricht platzt, dass Bürger in Erfurt die Bezirksverwaltung des MfS/AfNS besetzen wollen. Der Diakon Lutz Stiehler ruft vormittags seine Kollegin Almuth Falcke in Erfurt an, um kurzfristig einen beruflichen Termin abzuklären. Sie muss ihn jedoch vertrösten, es gibt an diesem Tag wichtigeres: Die Bezirksverwaltung des umbenannten MfS wird besetzt und die Akten versiegelt werden. Lutz Stiehler ist sofort klar: Das müssen wir auch machen. Er legt seiner Frau Renate einen Zettel auf den Küchentisch:

Abbildung 3 Notiz von Lutz Stiehler an seine Frau, 4.12.1989

»Liebe Renate! Die Staasi in Erfurt hat über Nacht viele Unterlagen verbrannt. Seit Stunden versiegelt eine Kommission (auch Dr. Falcke ist mit dabei) die Tresore + Schränke. Ich bin mit Winkelmann, Wurschi u. a. zum Rat d. Bezirkes + zur Staasi, um das Gleiche in Suhl zu erreichen.
Tschüß Lutz«.

Dann macht er sich auf den Weg. Seine Informationen aus Erfurt versetzen das Neue Forum in Aufregung. Wie konnte es sein, dass das »unbekannte Wesen« Staatssicherheit in diesen Zeiten weiter arbeitet, als wäre nichts geschehen, und zudem noch Akten vernichtet? Für die Bürgerbewegten aus Südthüringen ist die Nachricht aus dem Nachbarbezirk ein Affront! Am Abend sollten in der Suhler Stadthalle doch die Forderungen an die SED erneuert werden, die Demokratie und Dialogbereitschaft in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Und dann vernichtet die Stasi Akten!

Zusammen mit Brigitta Wurschi sucht Lutz Stiehler mit dem Bezirksstaatsanwalt Dr. Klaus Schulze und Major Linke von der BDVP das Gespräch. Sie wollen einen Kontrollgang durch die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit erreichen, um die Aktenschränke zu versiegeln. Dr. Schulze teilt ihnen dabei mit, dass es bereits drei Wochen zuvor die Anweisung gegeben habe, die Vernichtung einzustellen. Doch das beruhigt die beiden nicht. Gegen 18:15 Uhr meldet sich der Leiter der Bezirksverwaltung (BV) des Amtes für Nationale Sicherheit (vormals Ministerium für Staatssicherheit), Generalmajor Gerhard Lange, am Telefon und teilt mit, dass eine Gruppe von zehn Personen »alle Räume der Staatssicherheit bis zum tiefsten Keller« besichtigen kann.[4] Der Sprecherrat des Neuen Forum stellt hierfür eine Gruppe zusammen, die sich gegen 19 Uhr aufmacht, um endlich die vermuteten Vorgänge auf der »Burg« zu überprüfen. Doch an seine Zusage, die Besucher bis in den Keller des Berges zu führen, will sich Generalmajor Lange da nicht mehr erinnern. Vorzugsweise festgehalten in einem Besucherraum, müssen die Bürgerinnen und Bürger sich einem nichtssagenden Small Talk des Generalmajors stellen. Lange weidet sich offensichtlich in seiner machtvollen Position. Die Besuchergruppe muss unverrichteter Dinge die Gebäude der Bezirksverwaltung verlassen. Kurz darauf unterrichtet sie den Sprecherrat des Neuen Forum auf der parallel stattfindenden Veranstaltung in der Suhler Stadthalle über das Scheitern der Besichtigung. Nachdem die zirka 3.000 dort zu einem »Bürgergespräch« versammelten Menschen von der Weigerung Langes erfahren, ist an eine ordnungsgemäße Weiterführung der Veranstaltung nicht mehr zu denken. Da ist Wut! Da ist eine Masse! Und da entsteht ein bürgerliches Selbstverständnis, das sich in diesen Zeiten nicht mehr alles gefallen lässt. Bernd Winkelmann, der an diesem Abend für das Neue Forum dabei ist, erinnert sich noch sehr genau an die Atmosphäre:

»Als gegen 21:15 Uhr diese Gruppe in den Saal kam und berichtete, dass sie nichts erreicht hätte, brach der Tumult los: Die Menschen sprangen auf, forderten eine sofortige Besetzung der ›Stasiburg‹. Einige riefen: ›Nehmt Stricke mit, hängt sie auf!‹ Später erzählten Freunde, dass sie einige dieser Rufer als Stasileute identifiziert hätten. Ich bat die Anwesenden mit beschwörenden Worten, sich für einige Minuten noch einmal hinzusetzen, um abzusprechen, wie wir uns verhalten sollten, damit es nicht zum Chaos und Blutvergießen komme.«[5]

Mit großer Mühe schafft es der Sprecherrat, beruhigend auf die Besucher einzuwirken, und nimmt gleichzeitig Kontakt zur Polizei auf. Eine Sicherheitspartnerschaft soll die spontane Demonstration hinauf zur Bezirksverwaltung absichern. Die Menschen brechen auf, ziehen aus der Stadthalle aus, durch enge Straßen hoch hinauf zur »Burg«. Den Hauptamtlichen Mitarbeitern des MfS/AfNS ist das nicht geheuer. Mitten in der Nacht kommt ein stetig anschwellender Menschenstrom vor ihrem Eingangstor zum Stehen. Von mehreren tausend Schlüsselbunden unterstützt singen die Bürger: »Klingelingeling, Klingelingeling ... macht uns auf die Türen, lasst uns nicht erfrieren«. Die Seelenlage derer, die hinter den Zäunen der »Stasi-Burg« in jener Nacht stehen, schildert einige Tage später ein MfS-Mitarbeiter im SED-Bezirksorgan »Freies Wort« unter der Überschrift »Gedanken von einem hinter dem Tor«:

»Ich gebe ehrlich zu, dass wir Angst um unser Leben hatten. Wenn das wirklich das Volk sein soll, dann sehe ich schwarz für unseren Staat. Ist es nicht traurig, dass im angrenzenden Wohngebiet Erwachsene und Kinder bis weit nach Mitternacht keinen Schlaf fanden und vor Angst weinten? Ist das nicht nach dem Gesetz nächtliche Ruhestörung und Rowdytum?«[6]

Nicht nur diese Aussage des Hauptamtlichen bringt die außergewöhnliche Situation dieser Tage zum Ausdruck. Angst und Verunsicherung, auch angesichts der tagtäglich immer mehr erodierenden Gesellschaft, prägen die Gefühlswelt vieler Menschen. »1933 bis 1945 waren es die Juden, die für alles verantwortlich gemacht wurden. Jetzt schreit man ›Hängt die Stasi auf‹, ›Stasi in den Tagebau‹, ›Stricke für die Stasi‹. Geht jetzt das Lynchen los? Will man Blut sehen?«[7], so sorgt sich eine Lehrerin angesichts der Lage nach dem 4. Dezember. In dieser Nacht stehen sich jedoch zwei ungleiche Akteure – wenngleich mit ähnlichen Gefühlen – gegenüber. Auf der einen Seite des Tores mit Waffen und Jaucheschlauch ausgerüstet die Mitarbeiter der Staatssicherheit[8] und auf der anderen Seite eine Menschenmasse, die etwas Unerhörtes verlangt: Einlass in die Räume des Geheimdienstes.

Unterstützt von den Demonstranten vor Ort und nach zähen Verhandlungen dürfen in jener Nacht schließlich 16 Personen das Gebäude betreten.[9] Und da stehen sie: 16 Bürgerinnen und Bürger, auf einem Hof, der, umstanden von großen Gebäuden, aus deren Fenster Licht fällt, matt beleuchtet wird. Aus dem Mythos Staatssicherheit wird auf einmal blanke Realität, und keiner weiß, wie die Stasi eigentlich funktioniert! Mit dieser persönlichen Verunsicherung müssen die »Stürmer« erst einmal zurechtkommen. Mittlerweile sind auch Bezirksstaatsanwalt Dr. Klaus Schulze und Staatsanwalt Krebs am Tor der Stasi eingetroffen. Sie waren zuvor von Vertretern des Neuen Forum informiert und überzeugt worden, an diesem Abend doch noch zur Bezirksverwaltung zu kommen. Mit Unlust, Widerwillen und Konspiration werden die 16 Bürger zusammen mit den Staatsanwälten von Mitarbeitern der Bezirksverwaltung durch die Gebäude geführt. Bis gegen 2 Uhr versiegeln sie verschiedene Räume und Schränke, unter anderem den Postraum, die Räume des Kreisstellenleiters und seines Stellvertreters, die Nachrichtentechnik, Computerräume und das Archiv für die personengebundenen Akten.[10]

Jeder Meter, jedes Siegel muss unter den argwöhnischen Augen der Hauptamtlichen erkämpft werden. Vor dem Tor eskaliert zu dieser Zeit fast die Lage. Denn alle Mutmaßungen und Warnungen vor dem »Volkszorn«, die die Wachhabenden in ihrem politischen Unterricht gelernt haben, scheinen sich auf einmal zu bestätigen. Ein junger Wachmann verliert in dieser Konfliktsituation die Nerven und verschießt eine Patrone Tränengas. Die Augen der Demonstranten schmerzen, die Wut steigt, sie rütteln am Tor, die Situation spitzt sich zu:

»Ich lief mit dem Megaphon ans Tor«, so Bernd Winkelmann, »stellte mich auf eine Kiste diesseits des Zweimeterzaunes und versuchte, die Massen zu beruhigen. Vor mir jenseits des Zaunes Leute mit vom Tränengas verquollenen Gesichtern, unter ihnen auch mein 15-jähriger Sohn. Einer brüllte mich an, ob ich auch einer von der Stasi wäre. Freunde vom Neuen Forum, die draußen versuchten, das Ganze zusammen zu halten, riefen mir zu, die Leute wüssten nicht, was die Stasi mit uns da drin mache, ob wir was erreichen; sie könnten die Situation nicht länger ruhig halten. Ich sagte ihnen zu, dass wir Strafe für den Tränengaseinsatz fordern und dass wir alle 15 Minuten über den Fortgang unserer Verhandlungen Nachricht nach draußen geben. So geschah es auch.«[11]

Abbildung 4: 5. Dezember 1989, Bügerinnen und Bürger in der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit, Mitte: Bezirksstaatsanwalt Schulze, rechts dahinter der Leiter der BV Generalmajor Lange, Foto: Reinhard Wenzel

Die Gruppe innerhalb der Bezirksverwaltung berichtet von da an mit Hilfe des Megaphons von ihrer Arbeit. Die Menschen außerhalb des Tors nehmen die Berichte ungeduldig auf. Es ist bereits weit nach Mitternacht. Stück für Stück verabschieden sie sich in eine unruhige Nacht: Denn wie weiter agiert werden soll, ist zu diesem Zeitpunkt noch vollkommen unklar. Alles, was zu dieser Zeit innerhalb der Mauern passiert, kann gar nicht sofort weitererzählt werden und wird auch erst in den Tagen danach begreifbar. So wird am Morgen des 5. Dezember klar, dass sich in der Nacht ein Major in seinem Dienstzimmer erschossen hat. Es ist der 55-jährige Armin Knoll. Auf seinem Schreibtisch hinterlässt er ein kurzes Schreiben mit folgendem Wortlaut:

»Ich war immer ein anständiger Offizier. Ich schieße nicht auf das Volk. 4. Dezember 1989, Armin Knoll.«[12]

Es soll wohl für jene Nacht die Weisung gegeben haben, bei einem gewaltsamen Eindringen in die Behörde von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Etwa ein Drittel der anwesenden Hauptamtlichen – so wird es Bernd Winkelmann später berichten – wollte den Einsatz der Waffen, die anderen fürchteten den Schießbefehl.[13]

An diesem Morgen also treffen sich die Beteiligten des Rundgangs in den Räumlichkeiten der evangelischen Kreuzkirche in Suhl, um ein Protokoll der Nacht zu erstellen und zu überlegen, wie mit der entstandenen Situation umzugehen ist. Als weiterführende Forderungen werden beschlossen:

- »Sofortige Versiegelung des gesamten Geländes der Staatssicherheit durch den Bezirksstaatsanwalt und die Mitarbeiter der BDVP,

- Sofortige Beurlaubung des Generalmajor Lange und seines Mitarbeiterstabes,

- Einsatz einer Kontrollkommission aus verschiedenen Gruppierungen mit dem Ziel, die verbliebenen Unterlagen zu sichten,

- Offenlegung der Finanzen der Staatssicherheit Suhl, Bereitstellung des Fuhrparks zur Einordnung im Vergabeplan der Stadt Suhl.«[14]

Doch noch stehen diese Forderungen nur auf dem Papier. In der Nacht hatte die Staatssicherheit auf Grundlage des Beschlusses zur »Reduzierung des Bestandes registrierter Materialien und Informationen« vom 24.11.1989 durch Generalmajor Lange weitere Akten vernichtet. Wie es wirklich weitergehen soll, weiß der Sprecherrat in diesem Moment nicht. Die Suhler Busfahrer lösen das Problem auf ihre Weise. Gegen Mittag des 5. Dezember kursiert in der Stadt das Gerücht, die Staatssicherheit transportiert weiterhin Akten mit Lkws aus der Bezirksverwaltung ab. Einige Busfahrer schließen sich daraufhin gegen 13 Uhr spontan zusammen und blockieren mit ihren Ikarus- Bussen sämtliche Tore und Zufahrtsstraßen.

Abbildung 5: 5. Dezember 1989: Die Tore der Bezirksverwaltung stehen offen, Foto: Reinhard Wenzel

Auf einmal stehen die Tore offen und gegen 14 Uhr erkunden die ersten Suhler die Gebäude des MfS, vor deren Tor sie 16 Stunden zuvor noch vergeblich Einlass gefordert hatten. Generalmajor Lange, in der Nacht noch großer Chef, ruft beim Neuen Forum an und bittet recht kleinlaut um Hilfe bei der Beruhigung der Menschen. Die Situation hat sich plötzlich grundlegend gewandelt. Die Bürger übernehmen das Kommando. Allerdings stößt die Spontaneität der Busfahrer – mal eben die Staatssicherheit zu belagern – bei anderen Suhlern auf wenig Verständnis. Am nächsten Tag erscheint im »Freien Wort« ein Artikel, der Lesermeinungen zusammenfasst:

»Unverständnis, Kopfschütteln, starker Unmut bei wartenden Menschentrauben am Dienstagabend an den Bushaltestellen. (...) Vom Weihnachtsmarkt und vom Einkauf kommend, fanden Mütter mit Kindern, in der Kälte auf den Bus wartend, einfach keine Antwort auf die Frage: Ich höre immer wieder die Losung ›Wir sind das Volk!‹, aber was sind denn, die wir hier in der Kälte stehengelassen werden? (...) Anrufer in unserer Redaktion forderten eine öffentliche Entschuldigung vom Kraftverkehr und stellten die Frage, ob es denn unbedingt Busse hätten sein müssen am ›Suhler Berg‹, ob Lkw nicht den gleichen Dienst erwiesen hätten...«[15]

Wenn schon Revolution, dann sollte sie bitteschön in geordneten Bahnen verlaufen. Um das Bonmot von Wladimir Illitsch Lenin zu bemühen: »Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!« Auch das Neue Forum ist letztlich um Ordnung bemüht, denn die nun in Gang gekommene Besetzung des MfS/AfNS muss koordiniert werden.

Gleich nachdem die ersten Informationen, dass die Tore der »Burg« nun geöffnet sind, den Sprecherrat des Neuen Forum erreichen, fahren Lutz Stiehler und Siegfried Geißler zum Ort des Geschehens. Sie treffen dort weder Polizei noch andere Sicherheitsorgane an, und am frühen Nachmittag hat die Bevölkerung bereits von der »Burg« Besitz ergriffen. Es bleibt Geißler und Stiehler nichts anderes übrig, als zur Besonnenheit aufzurufen und die Bitte auszusprechen, nichts zu zerstören.

Innerhalb kürzester Zeit organisieren sie die »vorläufige Kommission gegen Amtsmißbrauch und Korruption«, aus der dann das »Aktiv Staatssicherheit « hervorgeht.[16] Gleichsam auf Zuruf wird das Bürgerkomitee gebildet und werden Bürgerwachen bestellt, um das Gebäude zu schützen. Viele Entscheidungen werden spontan und aus dem Bauch heraus getroffen. Siegfried Geißler, der die Koordination der ersten Aufgaben übernimmt, berichtet später, wie er dazu kam: Er war bei der Einteilung der Arbeitsgruppen schlicht übriggeblieben.

Die Vertreterin des Neuen Forum, Brigitta Wurschi, sagte daraufhin zu ihm: »Sie sind doch als Organisationstalent bekannt, Sie könnten doch den Koordinator machen.« So wird er Koordinator, und seine erste Amtshandlung besteht darin, Dieter Möller, der im Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk arbeitet, zum Waffenwart zu ernennen.[17] Die Zusammensetzung des »Aktivs Staatssicherheit« erweist sich im Nachhinein als Glücksfall. Es versammeln sich dort Personen unterschiedlichster Profession, deren gemeinsames Wirken ein gutes Ganzes ergibt. Es sind Menschen, die das DDR-Rechtswesen kennen, ebenso vertreten wie Telekommunikationsexperten, die auf den ersten Blick »verdächtige Schaltungen« erkennen. Es mag an der Überschaubarkeit der Stadt, der sich daraus ergebenen Bekanntheit oder der Vertrautheit der Personen untereinander im Aktiv liegen: Unter ihnen befindet sich keiner, der später als Inoffizieller Mitarbeiter enttarnt wird. Das »Aktiv Staatssicherheit« gründet sich am 6. Dezember und wird formal dem Bezirkstag unterstellt, was den Mitgliedern nun auch eine politische Legitimierung gibt.[18]

Abbildung 6: 6. Dezember 1989: Graffiti an der Wand der Bezirksverwaltung, Foto: Reinhard Wenzel

Noch am gleichen Abend gegen 19 Uhr trifft eine von Regierungschef Hans Modrow beauftragte dreiköpfige Delegation unter Leitung von Dr. Dieter Schröter in Suhl ein. Sie soll von Seiten der Regierung die Arbeit des »Aktivs Staatssicherheit« unterstützen. Zusammen mit Schröter reisen Genosse Holger Reif vom Amt für Nationale Sicherheit und Willy Böckmann vom Ministerium für Innere Angelegenheiten an; der letztgenannte wird später als Offizier im Besonderen Einsatz (OiBE) enttarnt.

Mit dem Eintreffen dieser Regierungsdelegation und der Aufnahme der Arbeit des Aktivs beginnt am 7. Dezember die Auflösung der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in Suhl. Zu diesem Zeitpunkt ist das Bezirksamt des MfS/AfNS schon nicht mehr arbeitsfähig. Wie sehr sich die Machtverhältnisse in der Stadt in den ersten Tagen nach der Besetzung zugunsten des Neuen Forum verschoben haben, macht die Kundgebung am 10. Dezember 1989 deutlich, auf der zirka 5.000 Demonstranten eine totale Entmachtung der Stasi und der SED fordern und die Polizei dazu Ordnungsbänder trägt, auf denen Neues Forum steht. Auch die Bürger betrachten das Neue Forum als legitimen Vertreter und rufen bei der freigeschalteten Telefonnummer des »Aktivs Staatssicherheit« an, um ihrem angestauten Ärger Luft zu machen, die Herausgabe der Akten zu fordern, vermeintliche Spitzel zu belasten oder um an Informationen bestimmter Personen zu gelangen. Aber auch rein materielle Probleme soll das Aktiv lösen und ein Telefon oder eine neue Wohnung besorgen.

Die Dezembertage sind von vielerlei Arbeiten geprägt. Die Kreisdienststellen müssen geräumt und die Akten gesichert werden. Die gebildeten Arbeitsgruppen versuchen hinter die Geheimnisse eines Geheimdienstes zu dringen, und die befragten Tschekisten geben »immer nur das zu, was man schon wusste. Und das, was man schon wusste, wusste man oft nur durch Zufälligkeiten!«[19] Es ist vor allem diese Unwissenheit der Mitglieder des »Aktivs Staatssicherheit«, welche die ersten Tage der Auflösung prägt. Um die Situation von damals noch einmal zu vergegenwärtigen: Die Regierungsvertreter haben einen Plan: Sie wollen die Direktiven des Innenministers durchsetzen, die Akten vernichten und einen Verfassungsschutz schaffen.

Die ehemaligen Mitarbeiter des MfS haben auch einen Plan: Sie wollen niemanden an ihrem Herrschaftswissen teilhaben lassen, fühlen sich unschuldig oder sehen sich ihrer Weltanschauung beraubt. Nur die Mitglieder des »Aktivs Staatssicherheit« haben keinen Plan. Sie wollen »Recht statt Rache« und »Keine Gewalt«, so steht es auf den Bannern, die sie am Tor des Amtes aufhängen. Rückblickend bringt es René Hübner, der von Anbeginn an der Auflösung der Staatssicherheit beteiligt ist, auf den Punkt, wenn er sagt: »Wir hatten doch das ›Keine Gewalt‹ nicht nur auf unseren Armbinden stehen, das war uns doch in die Stirn tätowiert.« Moralische Vorstellungen eines demokratischen Miteinanders einerseits treffen auf stark herrschaftsorientiertes institutionelles Denken andererseits. Einen Eindruck vom gegenseitigen Unverständnis und den unterschiedlichen Vorstellungen, die während der Auflösung des MfS/AfNS unter den verschiedenen Protagonisten entstehen, vermittelt ein Satz aus dem Abschlussbericht des Regierungsbeauftragten Dr. Dieter Schröter: »So konnte im Objekt Frauenwald am 15.2.1990 eine Begehung auch des militärischen Teils durch Bürgervertreter nicht mehr verhindert werden.«[20] Immer mit dem Gefühl belastet, nicht nur gegen einen »Krake«[21] zu kämpfen, sondern sich auch gegen Vereinnahmungen von Seiten der Regierungskommission zur Wehr setzen zu müssen, gehen die Mitglieder des Aktivs an die Arbeit. Dabei haben sie oft im wahrsten Sinne des Wortes moralische Bedenken, sich den Akten des MfS auch inhaltlich zu nähern, zeichnen doch die institutionellen Vertreter ein Schreckensszenario, was alles passiert, wenn die Informationen der Staatssicherheit in die falschen Hände kommen. »Da würden Köpfe im arabischen Raum rollen«, so eine Warnung. Eine Weissagung, die den von Gewaltfreiheit beseelten Bürgern zuwider ist. Durch Mehrheitsentscheidungen im Aktiv werden die Akten der Auslandsaufklärung, die Mikroverfilmungen des Archivguts und die Verfilmungen von Auskunftsberichten zu den IMs vernichtet.

Innerhalb von nur 16 Tagen, bis zum 22. Dezember 1989, werden die acht Kreisdienststellen geräumt, sämtliche Waffen eingezogen und die Akten in die Bezirksverwaltung verbracht. Diese Eile ist geboten, denn bereits am 6. Dezember haben Bürger in Schmalkalden die dortige Kreisdienststelle gestürmt, sie teilweise besetzt und dabei wahllos Akten vernichtet. Die von dieser Dienststelle dann in Umlauf gebrachten Verzeichnisse von Inoffiziellen Mitarbeitern schüren die Unruhe in der Bevölkerung. Das »Aktiv Staatssicherheit « sieht sich zunehmend veranlasst, mit Flugblättern auf seine Arbeit aufmerksam zu machen und Vorwürfe der Denunziation weit von sich zu weisen. So heißt es:

»Wir wissen, daß auch unsere Arbeit inzwischen angezweifelt und angefragt wird. Grund dafür ist die mangelnde Information durch die Presse. Wir wollen weder Chaos noch Anarchie, wir wollen, daß wir weiter aufrechten Ganges uns in diesem Land bewegen können und alte Strukturen des Bespitzelns für immer beseitigt werden. Wir distanzieren uns von Rufen ›Stasi an den Galgen‹ oder ›Stricke her‹.«[22]

In diesen ereignisreichen Tagen konzentriert sich die Arbeit auf nur wenige Personen, die zumeist auch noch an den anderen, neu entstandenen demokratischen Strukturen im Land mitwirken. So sitzen Siegfried Geißler, Bernd Winkelmann und Brigitta Wurschi auch am Runden Tisch der Stadt bzw. des Bezirkes Suhl. René Hübner baut den Stadt- und Kreisjugendring mit auf, und der Sprecherrat des Neuen Forum wirkt intensiv auf die republikweite Vernetzung der Bürgerbewegung ein. Doch auch die Arbeit vor Ort ist vielfältig. Eines der drängendsten Probleme, dem sich das Aktiv annehmen muss, ist die Klärung eines Gerüchts: Über Jahrzehnte wurde verbreitet, der gesamte Berg, auf dem die MfS-Bezirksverwaltung Suhl thront, sei unterkellert, und die Staatssicherheit verstecke dort ihre Geheimnisse. Mit Hilfe von Kriminaltechnikern und geologischen Grabungen kann diese Legende widerlegt werden. Solche Nachforschungen, die Räumung der Kreisämter, die Absicherung der Bezirksverwaltung durch die Bürgerwachen, die Anhörung von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern, die Aktensicherung und der Einzug der im Umlauf befindlichen Waffen füllt für die Mitglieder des »Aktivs Staatssicherheit« die Tage bis Weihnachten aus. Wirklich bemerkenswert dabei ist, dass es ihnen in dieser Zeit zudem noch gelingt, eine Hilfsaktion für Rumänien zu starten und zu koordinieren: Vier Zug-Waggons mit Paketen voller Lebensmittel und Kleidungsstücke – gespendet von Bürgerinnen und Bürgern aus Suhl und Umgebung – können auf die Reise geschickt werden.

Am 3. Januar 1990 nimmt das »Aktiv Staatssicherheit« um 7 Uhr seine Tätigkeit im Bezirksamt wieder auf. Zwar kann das »Zusammenwirken mit der DVP [Deutsche Volkspolizei, d. A.] weiter verbessert werden«[23], doch die Probleme des Vorjahres bleiben bestehen. Die Regierungskommission unter Dr. Schröter stellt fest, dass »bei den Tagungen des Operativstabes des Rates des Bezirkes zum Ausdruck kam, daß in der Bevölkerung massive Ablehnung zur Zahlung von Übergangsrenten/-beihilfen bei zu Entlassenen aus dem Staatsapparat«[24] existieren. Die Entlassungen der Hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter bildet schon im Dezember einen Schwerpunkt der Arbeit der Regierungskommission, bei der es immer wieder zur öffentlichen Kontroverse kommt. Die einen halten schützend ihre Hände über die Hauptamtlichen und fachen mit Solidarisierungen im »Freien Wort« immer wieder neue Debatten an.

So heißt es dort:

»Leute, die Tag und Nacht und an Wochenenden nicht bei ihren Familien sein konnten, sind die nicht genug gestraft, daß ihr bisheriger Lebensweg so einfach ausradiert wurde und sich als unnütz erwiesen hat? Ich stelle mir das entsetzlich vor. Jeder sollte eine Chance erhalten! Demonstrieren wir für oder gegen uns? Oder jeder für seine eigene ›Demokratie‹?«[25]

Für andere ist der Umgang mit den ehemaligen Angestellten des MfS/ AfNS ein immerwährendes Reizthema. Besorgt notiert Dr. Schröter am 3. Januar 1990:

»Die Situation in der Bezirksstadt spitzt sich zu. Grund dafür sind u. a. die Gespräche am Runden Tisch wegen der Zahlung von Übergangshilfen an ehem. MA des MfS. In den frühen Vormittagsstunden wurde am Rathaus in Suhl ein Plakat mit folgendem Inhalt festgestellt: ›Jetzt steckt der Staat den Stasi-Schweinen schon wieder vorn und hinten rein, Milliardenloch im Staatshaushalt, wer wird das bezahlen.‹ Das Plakat wurde sichergestellt. Im Centrum-Warenhaus in Suhl erfolgte eine Unterschriftensammlung. Es wird gefordert die Übergangsbeihilfe einzustellen.«[26]

In dieser spannungsgeladenen Zeit kämpfen die einen um ihre persönliche Existenz und die Wahrung ihres Weltbildes. Sie nähern sich dabei sogar dem neuen System an, indem sie eine Initiativgruppe mit dem Ziel der Bildung einer Gewerkschaft gründen.[27] Die Akteure der Auflösung hingegen müssen sich immer wieder der Anfeindung stellen, dass sie Existenzen vernichten. Ihre Arbeit führen sie dennoch fort. Um schneller hinter die Strukturen der Staatssicherheit blicken zu können, wird die republikweite Vernetzung der Bürgerkomitees (in Suhl das »Aktiv Staatssicherheit«) zu Beginn des Jahres 1990 weiter forciert.

Am 12. Januar treffen sich Vertreter einiger Bürgerkomitees im Berliner Büro des Neuen Forum. Nach den Erfahrungen in den Bezirkszentralen werden letzten Endes dort die Überlegungen zur Stilllegung der Normannenstraße festgezurrt.[28] Zusammen mit anderen Bürgerkomitees (sowie der Polizei und der Staatsanwaltschaft) übernehmen am Nachmittag des 15. Januar 1990 Vertreter des Suhler Aktivs das Zepter des Handelns. Sie organisieren die Bürgerwachen und die Entlassung der Hauptamtlichen Mitarbeiter in der Berliner Hauptverwaltung. Durch diese konzertierte Aktion und die damit einhergehende bessere Vernetzung der Komitees untereinander kann die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit/ AfNS wesentlich effektiver vorangetrieben werden. Hinzu kommt, dass die Überlegung des Ministers für Innere Angelegenheiten, Lothar Ahrendt, das MfS/AfNS in eine Art Verfassungsschutz umzuwandeln, ab Mitte Januar 1990 vom Tisch ist. Diese Idee war bei den Südthüringern von Anbeginn auf Ablehnung gestoßen. Genosse Reif, Mitglied der Regierungskommission, sieht sich bereits am 17. Dezember 1989 genötigt, sich folgendermaßen fragend an seine Vorgesetzten zu wenden:

»Wurde bedacht, daß der Entwurf für einen Verfassungsschutz hinsichtlich seiner vorgesehenen bezirklichen Außenstellen möglicherweise im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform (Schaffung einer Länderstruktur in der DDR) erneut zu Problemen führen kann? Bei Länderstrukturen würde mit den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl als Land ›Thüringen‹ eine Länderdienststelle mit ca. 1000 Mitarbeitern als Bestand entstehen, was sicher zu erneuten Kontroversen mit den Bürgerinitiativen führen kann. (Beachtung der Stärke der im Bezirk Suhl auftretenden Kräfte!)«[29]

Abbildung 7: 15. Januar 1990: Demonstranten vor der Berliner Stasizentrale, Foto: Thomas Uhlemann (Bundesarchiv)

Zeitgleich mit dieser Erosion des Amtes für Nationale Sicherheit bildet sich im Januar 1990 auf Initiative von Brigitta Wurschi dann in Suhl das so genannte »Bürgerkomitee beim Rat des Bezirkes«. Dieses nimmt am 25. Januar seine Arbeit auf und stellt damit der ausschließlich auf Parteiebene laufenden Arbeit des Bezirkstages und des Rates des Bezirkes eine außerparlamentarische Kontrolle zur Seite. So werden jedem Stellvertreter des Rates gemäß seinem Fachgebiet unabhängige und kompetente Bürger zugeordnet, die auf die Entscheidungen des Rates Einfluss nehmen und diesen überwachen.[30] Ein Erfolg der Arbeit des Bürgerkomitees ist sicherlich darin zu sehen, dass es bereits am 30. Januar 1990 statt der ursprünglichen 22 Fachabteilungen des Rates des Bezirkes (inklusive der Stellvertreter des Vorsitzenden) lediglich noch 16 gibt, von denen nur noch sieben mit Vertretern der SED/PDS besetzt sind.[31] Dass an diesem 30. Januar auch das Gebäude der Bezirksverwaltung in die Hände der Stadt übergeben wird und sich der langjährige Bezirkschef der Staatssicherheit, Generalmajor Gerhard Lange, auf seinem Grundstück erschießt, spiegelt die Dichte der Ereignisse und ihre Tragweite in diesen Wochen wider.

Aus dem »Bürgerkomitee beim Rat des Bezirkes« wird am 1. April 1990 Erich Hein zum Nachfolger des Regierungsbeauftragten Dr. Schröter als Leiter des Arbeitsstabes des Bezirkes Suhl beim»Komitee zur Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit« bestimmt. Erich Hein ist damit einer der wenigen Leiter dieser bezirklichen Arbeitsstäbe, der aus dem oppositionellen Umfeld kommt. Die Mitglieder des von ihm geführten Arbeitsstabes, der die Auflösung der Bezirksverwaltung weiter vorantreibt, entstammen sämtlich dem MfS bzw. dem Rat des Bezirkes.[32] Bis zur Übernahme dieses Stabes durch das Bundesverwaltungsamt mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 werden im Bezirk Suhl von den 1.754 ehemaligen Angehörigen des Bezirksamtes 1.727 entlassen. Es werden 69 offizielle und 67 konspirativ genutzte Objekte des ehemaligen MfS aufgelistet und zum Teil den Nachnutzern übergeben. Ebenso werden der 414 Fahrzeuge umfassende Fuhrpark aufgelöst sowie 3.499 Waffen eingesammelt und der NVA übergeben.

Mit der zunehmenden Abwicklung der Staatssicherheits-Behörde fasern auch die Interessenlagen bei den Aktiven auf. Für den Wahlkampf zur Volkskammerwahl im März 1990 müssen viele Personen ihre letzten Kräftereserven mobilisieren und zudem erste Frustrationserlebnisse verarbeiten. Verhandeln im Herbst/Winter 1989/90 die Vertreter des Neuen Forum und des »Aktiv Staatssicherheit« mit der Regierung und den Parteien noch auf Augenhöhe, werden sie im Frühjahr 1990 zunehmend zu einem Spielball der Parteienpolitik. Das Ergebnis der Volkskammerwahl besiegelt für viele Angehörige der Oppositionsbewegung, die in Südthüringen auch Hauptträger der Stasi-Auflösung war, das Ende ihrer politischen Träume.

Trotz dieses für einige Oppositionelle und Bürgerrechtler ernüchternden Wahlergebnisses – Bernd Winkelmann, evangelischer Pfarrer und aktiver Mitgestalter der Oppositionsbewegung, betrachtet dies im Rückblick immer noch als ein »Über-uns-kommen der politischen Macht aus Westdeutschland«[33] – lassen die Mitglieder des »Aktivs Staatssicherheit« ihre eigentliche Aufgabe nicht aus den Augen.

Tab. 1: Wahlergebnisse der Volkskammerwahl vom 18. März 1990

Parteien/Listen

Stimmen in % Stadt Suhl

Stimmen in % Bezirk Suhl

Stimmen in % DDR

CDU

31,0 (mit DA)

50,58

40,82

SPD

16,3

16,09

21,88

PDS

24,9

12,55

16,40

DSU

13,3

8,91

6,31

Bund Freier Demokraten

5,5 (BFD/NDPD)

4,15

5,28

Grüne Partei/

 

2,30

1,97

Unabhängiger Frauen-verband Bündnis 90

7,1 (zusammen)

1,88

2,91

DBD

-

1,42

2,18

Demokratischer Aufbruch

-

0,96

0,92

DFD

-

0,43

0,33

NDPD

-

0,39

0,38

Alternative Jugendliste

-

0,15

0,13

Vereinigte Linke

-

0,14

0,18

USPD

-

0,06

0,03

Quelle: Statistisches Jahrbuch für Südthüringen (Bezirk Suhl), Suhl 1990, S. 41

Nach langwierigen Diskussionen wird beschlossen, die Akten, in den Räumlichkeiten der alten Untersuchungshaftanstalt des MfS in Suhl zugänglich zu machen. Im Laufe des März 1990 werden die Akten dorthin verlagert und für die Einsichtnahme vorbereitet. Dass dieser Monat März eine Zäsur bei der Auflösung der Staatssicherheit darstellt, wird auch darin deutlich, dass die Dokumentation des »Aktivs Staatssicherheit« und der zeitweiligen Kommission »Amtsmissbrauch und Korruption« des Bezirkstages Suhl unter dem Titel »Genossen! Glaubt´s mich doch! Ich liebe Euch alle« gedruckt und veröffentlicht wird. Umfassend wird darin über die zurückliegende Arbeit wie auch über die Verbindungen zwischen SED und MfS berichtet. Für die Mehrzahl der Mitglieder des Aktivs ist damit die konkrete Arbeit vor Ort beendet. Viele gehen wieder in ihre angestammten Berufe zurück oder richten ihre Lebensplanung neu aus. Die tagtägliche Aktenarbeit – darunter bereits erste Überprüfungen von Personen anhand von Akten, aber auch Rehabilitierungsanfragen – stemmen vor allem zwei Männer: René Hübner und Dieter Möller. Die Rehabilitierung von Betroffenen spielt im Suhler »Aktiv Staatssicherheit« von Anbeginn eine bedeutende Rolle.

Es ist Pfarrer Martin Montag aus Zella-Mehlis zu verdanken, dass dieses Anliegen nie von der Agenda der Stasiauflöser verschwindet. Doch auch bei der Ausarbeitung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes im Laufe der 14. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages wirken die Vertreter des »Aktivs Staatssicherheit« mit. Denn die formelle Fassung der Aufarbeitung der SED-Diktatur und eine dieser zur Seite stehende verlässliche Gesetzgebung gehören zu ihren Grundanliegen. Das drückt sich auch darin aus, dass noch am 2. Oktober 1990 einige Mitglieder des »Aktivs Staatssicherheit« das Bürgerkomitee Thüringen e. V. gründen.[34] Nachdem die institutionelle Anbindung des »Aktivs Staatssicherheit« an den Bezirkstag mit der Gründung des Landes Thüringen im Jahr 1990 endet, wird eine neue Rechtsform gesucht, um die Arbeit weiterzuführen. Eine Stimme und eine Vertretung für die Opfer der zweiten deutschen Diktatur will das Bürgerkomitee sein und ist es bis heute. Neben der Betreuung und Rehabilitierung von Opfern der SED-Diktatur setzt es sich für eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Regionalgeschichte in Thüringen ein. Die Geschichte der Besetzung der Bezirksverwaltung des MfS/AfNS und deren Aufarbeitung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger zeigt, dass couragiertes Handeln, die Selbstvergewisserung der eigenen Rechte, der Glaube an und die Einforderung von demokratischen Mitbestimmungsrechten wohl nicht Berge versetzen, aber immerhin einen Geheimdienst abwickeln kann. Allein die ständige Bereitschaft, bis Ende 1989 fortlaufend Bürgerwachen zu stellen, zeigt, wie vielen Menschen damals diese einzigartige historische Situation bewusst ist.

In welch außerordentlichen Zeiten die Bewohner des Grenzbezirkes Suhl 1989 für ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Emanzipation eintreten, offenbart ein Interview des Generalmajors Gerhard Lange mit der »Mainpost« im Januar 1990. Dort äußert er sich zu Überlegungen, die ihm angesichts der rasanten gesellschaftlichen Umwälzungen im Herbst 1989 durch den Kopf gingen: »Eigentlich hätte ich, als ich sah, das kommt zur Katastrophe, die ›Republik‹ Suhl ausrufen müssen. Mit dem Polizeichef war ich schon eine Macht hier. Man hatte da schon seine Gedanken im Hinterkopf, das wäre Konspiration gewesen, dafür hätte man an die Wand gestellt werden können. Wir hätten handeln müssen, irgendwie. Aber die Gefahr eines Bürgerkriegs wäre zu groß gewesen. Meinen Befehlsstand hätten die ja mit einer einzigen Bombe erledigt.«[35]

Abbildungen:

Abbildung 1 .... Die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in Suhl, Foto: Bernd Winkelmann.

Abbildung 2 .... 4. November 1989: Zirka 20.000 Menschen demonstrieren in der Bezirksstadt Suhl für Reformen in der DDR, Foto: Reinhard Wenzel

Abbildung 3 .... Notiz von Lutz Stiehler an seine Frau, 4.12.1989.

Abbildung 4: ... 5. Dezember 1989, Bügerinnen und Bürger in der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit, Mitte: Bezirksstaatsanwalt Schulze, rechts dahinter der Leiter der BV Generalmajor Lange, Foto: Reinhard Wenzel

Abbildung 5: ... 5. Dezember 1989: Die Tore der Bezirksverwaltung stehen offen, Foto: Reinhard Wenzel

Abbildung 6: ... 6. Dezember 1989: Graffiti an der Wand der Bezirksverwaltung, Foto: Reinhard Wenzel

Abbildung 7: ... 15. Januar 1990: Demonstranten vor der Berliner Stasizentrale, Foto: Thomas Uhlemann (Bundesarchiv)

Anmerkungen:

[1] Jochen Bölsche/Christian Habbe/Hans Michael Kloth/Norbert F. Pötzl: Stasi, deine Zeit ist um. SPIEGEL-Serie über Wende und Ende des SED-Staates (11). Die Woche vom 4.12.1989 bis zum 9.12.1989, in: Der Spiegel, Nr. 49 vom 6.12.1999.

[2] Das bestätigt auch Siegfried Geißler, wenn er feststellt: »Dieser 4. Dezember war der eigentliche Höhepunkt des Neuen Forum. Da war die Stadthalle gerammelt voll, man sah uns schon fast als die kommenden Politiker an in der Form, dass man sagte: ›Diese da übernehmen mal die Verantwortung.‹« (Zeitzeugengespräch Siegfried Geißler mit dem Autor am 10.11.1999).

[3] Die Vertreter des Neuen Forum zählen zehn neu gebildete Arbeitsgruppen: Wahlrecht, Verfassung, Strafrecht; Pressefreiheit und die Arbeit mit den Medien; Bildung und Erziehung; Kunst, Kultur, Wissenschaft; Handel, Wirtschaft und Subventionspolitik; Umweltschutz; Sozialwesen und Gesundheit; Reisefreiheit und Passwesen; Durchschaubarkeit der Regierungsgeschäfte und die Arbeitsgruppe Wehrersatzdienst. Das MfS geht in der PI 184/89 vom 3.11.1989 sogar von zwölf Arbeitsgruppen aus. Zu den oben genannten werden da noch die Arbeitsgruppen Rechtshilfe und Gewerkschaftsarbeit hinzugezählt.

[4] Genossen! Glaubt´s mich doch! Ich liebe Euch alle! Dokumentation des Aktivs Staatssicherheit und der zeitweiligen Kommission »Amtsmissbrauch und Korruption« des Bezirkstages Suhl, Suhl 1990, S. 6.

[5] Bernd Winkelmann: Friedliche Revolution 1989/90 – Das Wirken christlicher Basisgruppen. Ein Erfahrungsbericht aus dem ehemaligen Bezirk Suhl, Leipzig 2009, S. 38.

[6] Freies Wort vom 12.12.1989.

[7] Ebenda.

[8] So erinnert sich Siegfried Geißler: »Es war alles in allem eine brenzlige Situation. Hinter der Anti-Terror-Truppe standen noch einige mit einem Schlauch in der Hand herum. Diese sollten uns im Notfall mit Gülle, also richtig mit Scheiße, bespritzen. Ich kannte einen von ihnen, er war mit meinem Sohn zur Schule gegangen. Später hat er mir diese Situation bestätigt.« (Zeitzeugengespräch Siegfried Geißler mit dem Autor am 10.11.1999). Ähnlich erinnert sich Bernd Winkelmann: »Wir hatten richtig Macht, Staatsmacht gehabt in der heißen Zeit bis Weihnachten, bis in den Januar hinein mit den Bürgerkomitees. Gerade das ›Bürgerkomitee zur Auflösung der Staatssicherheit‹ hat ja funktioniert. Aber auch sonst haben wir ja wirklich die alte Staatsmacht entmachtet. Ab dem 4. November war es so, dass die SED-Stadtleitung oder der Rat der Stadt, der Rat des Kreises, des Bezirkes dann nur noch Dinge gemacht haben, die sie vorher mit uns abgesprochen hatten. Vorher hatten sie uns bestellt, jetzt kamen sie zum Superintendenten, auch zu mir, und wollten mit uns alles klären, sich auch absichern.« (Zeitzeugengespräch Bernd Winkelmann mit dem Autor am 8.11.1999).

[9] Dies sind Brigitta Wurschi, Siegfried Geißler, Bernd Winkelmann, Lutz Stiehler, Kristina Casper, Harald Casper, Angelika Stolle, Dietlinde König, Uwe Gottschall, René Hübner, Ortwin Migge, Ulrich Albrecht, Michael Spörer, Csombor Petheö sowie zwei Journalisten des Freien Wort bzw. der ADN.

[10] Genossen! Glaubt´s mich doch!, a. a. O., S. 7.

[11] Bernd Winkelmann: Friedliche Revolution 1989/90, a. a. O., S. 40.

[12] Zitiert nach Helmut Müller-Enbergs: »Ich schiesse nicht auf das Volk«. Die Rolle der Stasi im Herbst 1989, in: NZZ vom 29. Oktober 2014.

[13] Vgl. ebenda, S. 41.

[14] Genossen! Glaubt´s mich doch!, a. a. O., S. 8.

[15] Freies Wort vom 7.12.1989.

[16] Das »Aktiv Staatssicherheit« ist ein Teil der »zeitweiligen Kommission zur Untersuchung von Amtsmißbrauch und Korruption«, die beim Bezirkstag des Bezirkes Suhl angesiedelt ist.

[17] Zeitzeugengespräch Siegfried Geißler mit dem Autor am 10.11.1999.

[18] Das »Aktiv Staatssicherheit« setzt sich am 6.12.1989 folgendermaßen zusammen: Matthias Geitzsch (1. Sekretär der Kommission), Siegfried Profe, Eberhard Schneider, Brigitta Wurschi, Siegfried Geißler, Uwe Gottschall (alle Neues Forum); Bernd Röhner, Detlef Henseler (SDP), Hilmar Fahr, Martin Montag (Kirche), Andreas Nußmann (Demokratischer Aufbruch), Dr. Rudolf Krempel, Vilmos Sidlos, Michael Gödecke, Dieter Möller, Gregor Mitulla (unabhängige Bürger) sowie den Abgeordneten des Bezirkstages Kurt Göbel (CDU), Peter Seifert (LDPD), Erich Bahner (NDPD), Karin Tutschek (DBD). Für so genannte operative Aufgaben wurden Karla Kemmerzehl, Andreas Stötzer, Günter und Tobias Hornstein, Gunda Bauroth und Jürgen Licher eingesetzt.

[19] Zeitzeugengespräch Martin Montag mit dem Autor am 9.11.1999.

[20] Bericht über die Auflösung des Bezirksamtes und der Kreisämter des ehemaligen Amtes für Nationale Sicherheit von Dr. Dieter Schröter, 16.3.1990, S. 14 (Privatarchiv des Autors).

[21] Vgl. »Der Krake von Suhl«, in: Die Zeit, Nr. 22/1990.

[22] Flugblatt der zeitweiligen Kommission des Bezirkstages Arbeitsgruppe Staatssicherheit, Dezember 1989.

[23] BStU ZKG, 128, Lagefilm vom 2.1.1990, S. 159.

[24] Ebenda.

[25] Freies Wort vom 12.12.1989.

[26] BStU ZKG, 128, Lagefilm vom 3.1.1990, S. 134.

[27] BStU ZKG, 128, Lagefilm vom 4.1.1990, S. 119.

[28] Vgl. Jens Schöne: Erosion der Macht. Die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit Berlin, Berlin 2004.

[29] BStU ZKG, 127, Lagefilm vom 17.12.1989, S. 229.

[30] Vgl. Katharina Strobel: Als Vertreterin der katholischen Kirche am Runden Tisch des Bezirkes Suhl – ein Erlebnisbericht, in: Andreas Dornheim/ Stephan Schnitzler: Thüringen 1989/90. Akteure des Umbruchs berichten, Erfurt 1995, S. 232–234.

[31] Mitglieder des Bürgerkomitees beim Rat des Bezirkes: Christoph Ziemer, Erich Hein (Neues Forum), Henning Biedermann (Demokratie Jetzt), Ralf Krieg, Winfried Lewin, Reinhard Küpitz (SPD), Phillip Orlowski (Grüne Partei), André Storch (Grüne Liga), Dr. Renate Hesse, Matthias Mühlke, Dr. Robert Eckstein (Katholische Kirche), Dorothea Meißner, Fritz Kurzer (Evangelische Kirche), Ingeborg Reinhard (DSU), Dr. Henning Müller (Demokratischer Aufbruch).

[32] Als Vorsitzender des Bezirksarbeitsstabs wird Erich Hein vom Rat des Bezirkes eingesetzt. Ihm unterstellt sind: Klaus Weisheit (ehem. Oberstleutnant, Chef der Rückwärtigen Dienste), Edgar Bohnert (ehem. MfS-Major, Referatsleiter der Abt. Kader und Schulung), Ines Vogt (Sekretärin beim RdB), Wilfried Peter (ehem. MfS-Hauptmann, Stellvertretender Leiter der Abt. Finanzen), Ruth Juch (ehem. MfS-Major, Stellvertretende Leitungsbeauftragte der Abt. Finanzen), Heinz Schlegelmilch (ehem. MfS-Offizier für Zulassung der Abt. Rückwärtige Dienste im Range eines Oberleutnants), Birgit Kaschinski (Sekretärin im Range eines Oberleutnants Abt. Kader und Schulung in der BV des MfS).

[33] Er erinnert sich weiter: »Besonders schockierend war für mich, wie sich die West-CDU mit der Ost-CDU zusammentat. Die alten CDU-Funktionäre des Ostens, die ich schon jahrelang erlebt hatte, die gekuscht haben vor der SED, manchmal schärfer waren als SED-Leute, die gezittert haben in der Vorwendezeit, die dann in der Wendezeit bettelnd zu uns kamen und beim ersten Runden Tisch nicht piep sagen konnten, so verstört waren sie. Als sich dann im Januar auch in Suhl die West-CDU mit der Ost-CDU zusammentat, wurden diese alten CDU-Funktionäre großfressig und riefen: ›Nie wieder Sozialismus! Für Freiheit, Wohlstand und Demokratie!‹ Es war zum Kotzen! Und dann später im Februar, März, als sie mit Lautsprecherwagen durch Bischofrod fuhren und solche Parolen rausbrüllten. Als sie mich sahen, da zogen sie den Kopf ein. Das ist die größte Schweinerei der Nachwendezeit gewesen!« (Zeitzeugengespräch Bernd Winkelmann mit dem Autor am 8.11.1999)

[34] Die Gründungsmitglieder waren Manfred May, Martin Montag, René Hübner,

Siegfried Geißler, Hartwig Tamke, Dieter Möller und Brigitta Wurschi.

[35] Interview mit Generalmajor Gerhard Lange, in: Mainpost vom 24.1.1990.