Die Besetzung der Bezirksverwaltung Suhl

In der thüringischen Bezirksstadt Suhl wird am Abend des 4. Dezember 1989 die Nachricht über die Besetzung des Erfurter Hauptquartiers der DDR-Staatssicherheit zum Fanal. Einer kleinen Gruppe Erfurter Bürgerinnen und Bürger war es gelungen, in ihrer Bezirksstadt Einlass in die zentrale Verwaltungseinheit des Geheimdienstes zu bekommen. Diese und ähnliche Aktionen in anderen Teilen Ostdeutschlands führen dazu, dass sich auch in Suhl Bürgerinnen und Bürger im dortigen Staatssicherheitsgebäude festsetzen und schließlich sogar die Schlüsselherausgabe erzwingen. Ein zeitweiliges Komitee wird gebildet, das im Folgenden die Auflösung des Geheimdienstes und die zunächst noch stattfindenden Ausweisprüfungen an den Grenzübergangstellen zur Bundesrepublik kontrolliert. Wichtige Impulse dazu kommen von Kontakten zu anderen Bürgerkomitees. So beteiligt sich ein Vertreter aus Suhl an der Besetzung der Berliner MfS-Zentrale im Januar und spielt dort eine wichtige Rolle.